Dein Wiedereinstieg nach der Elternzeit

Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit ist für viele Eltern, vor allem Mütter, ein besonderer Übergang.

Einerseits entsteht häufig Vorfreude darauf, wieder beruflich aktiv zu sein, Kolleg:innen wiederzusehen und einen vertrauten Teil der eigenen Identität zurückzugewinnen. Andererseits können auch oft Zweifel aufkommen, wie der Job(neu)start nach einem Jahr Abwesenheit funktionieren kann.

Oftmals tauchen viele Fragen auf, wie z.B.: 

  • Wie wird mein neuer Alltag aussehen?
  • (Wie) schaffe ich es wirklich, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren?
  • Wie komme ich mit dem Schlafmangel klar?
  • Haben sich in meinem Team oder Unternehmen Aufgaben oder Strukturen verändert?
  • Welche Erwartungen gibt es an mich und kann ich sie erfüllen?
  • Wie kann ich meinen alten Job in Teilzeit ausüben?

Der Wiedereinstieg ist deshalb weit mehr als die Rückkehr an einen Arbeitsplatz. Er bedeutet häufig auch, eine neue Rolle zwischen Familie, Beruf und eigenen Bedürfnissen zu finden.

Der Wiedereinstieg beschäftigt viele Eltern, vor allem Mütter, bereits Monate vor dem ersten Arbeitstag.

Vielleicht denkst du gerade:
* Ich freue mich auf meinen Job, habe aber Respekt vor dem neuen Alltag.
* Ich weiß nicht, wie ich Familie und Beruf organisatorisch unter einen Hut bekommen soll.
* Ich habe Sorge, den Erwartungen im Unternehmen nicht gerecht zu werden.
* Ich frage mich, ob meine bisherige Arbeitszeit noch zu meinem Leben passt.
* Ich habe Angst, ständig zwischen den verschiedenen Rollen zu stehen.
* Ich weiß nicht, wie sich mein Team oder meine Aufgaben verändert haben.
* Ich weiß nicht, wie wir uns aufteilen können, so dass ich auch allen Anforderungen gerecht werden kann. 
Solche Gedanken sind völlig normal. Je größer die Veränderung im Alltag, desto mehr Fragen entstehen oft im Vorfeld.

Warum der Wiedereinstieg häufig herausfordernder ist als erwartet

Viele Eltern konzentrieren sich zunächst auf die organisatorischen Themen:

* Betreuungszeit
* Arbeitszeiten
* Pendelwege
* Termine

Diese Punkte sind natürlich wichtig.

Gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass der Wiedereinstieg häufig auch emotionale und berufliche Fragen mit sich bringt:

* Wie möchte ich künftig arbeiten?
* Welche Prioritäten habe ich heute?
* Wo möchte ich Kompromisse eingehen – und wo nicht?
* Wie gehe ich mit Schuldgefühlen um?
* Welche Erwartungen habe ich an mich selbst?

Gerade diese Fragen werden im Alltag oft übersehen, obwohl sie großen Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden haben.

Wiedereinstieg nach der Elternzeit: Vereinbarkeit ist oft das eigentliche Thema

Nicht immer liegt die Herausforderung im Beruf selbst.
Oft ist die eigentliche Frage: Wie kann mein Berufsleben zu meiner aktuellen Lebenssituation passen?
Vielleicht gefällt dir deine Tätigkeit weiterhin. Vielleicht arbeitest du gerne mit deinem Team zusammen. Und trotzdem merkst du: Die bisherigen Rahmenbedingungen funktionieren nicht mehr.

Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen:
* Welche Arbeitszeit ist realistisch?
* Welche Flexibilität brauche ich?
* Welche Unterstützung ist vorhanden?
* Welche Grenzen möchte ich setzen?
* Was brauche ich für einen langfristig tragfähigen Alltag?

Den Wiedereinstieg aktiv vorbereiten

Ein gelungener Wiedereinstieg beginnt oft nicht erst wenige Wochen vor dem ersten Arbeitstag.
Je früher darüber nachgedacht wird, wie die Rückkehr aussehen soll, desto mehr Gestaltungsmöglichkeiten entstehen.

Dabei lassen sich häufig drei Phasen unterscheiden:

Vor der Elternzeit

Bereits vor Beginn der Elternzeit lohnt es sich, über die Zeit danach nachzudenken.

Natürlich ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, wie sich Prioritäten oder Bedürfnisse entwickeln werden. Dennoch können einige Fragen hilfreich sein:

  • Wie soll der Kontakt zum Unternehmen während der Elternzeit aussehen?
  • Welche Entwicklungen möchte ich weiterhin mitbekommen?
  • Welche Erwartungen haben beide Seiten an die Zeit nach der Rückkehr?
  • Welche Rahmenbedingungen könnten später wichtig werden?
  • Wie könnte ein gutes Arbeitszeitmodell für die Zeit nach der Elternzeit aussehen?
  • Wie könnte das Reboarding für alle Seiten erleichtert werden?

Ein gutes Übergabegespräch vor der Elternzeit schafft oft die Grundlage für einen gelungenen Wiedereinstieg.

Während der Elternzeit

Nicht jede:r möchte während der Elternzeit Kontakt zum Unternehmen halten. Gleichzeitig kann ein kompletter Kontaktabbruch den Wiedereinstieg manchmal erschweren.

Deshalb lohnt es sich, bewusst zu überlegen, was sich passend anfühlt.

Mögliche Möglichkeiten sind:

  • Kontakt zu Kolleg:innen halten
  • an ausgewählten Teamveranstaltungen teilnehmen
  • Unternehmensentwicklungen verfolgen
  • den Austausch mit der Führungskraft suchen
  • erste Überlegungen zum Wiedereinstieg anstellen

Dabei geht es nicht darum, ständig präsent zu sein. Oft reicht es bereits, die Verbindung nicht vollständig abreißen zu lassen.

Die Rückkehr vorbereiten

Je näher der Wiedereinstieg rückt, desto konkreter werden die Fragen.

Jetzt geht es häufig darum, die eigene Situation und die Rahmenbedingungen zusammenzubringen:

  • Welche Arbeitszeit ist realistisch?
  • Wie viel Homeoffice ist möglich?
  • Welche Aufgaben passen zur aktuellen Lebensphase?
  • Welche Unterstützung wird benötigt?
  • Welche Erwartungen gibt es im Unternehmen?
  • Was hat sich während der Elternzeit verändert?

Hilfreich kann am Ende der Elternzeit ein Reboarding-Gespräch sein, in dem gemeinsam geklärt wird, wie die Rückkehr gestaltet werden kann.

Ziel ist nicht, möglichst schnell wieder „wie früher” zu funktionieren, sondern einen Wiedereinstieg zu gestalten, der langfristig für alle Seiten tragfähig ist.

Was, wenn ich gar nicht zurück möchte oder kann?

Manchmal wird während der Vorbereitung auf den Wiedereinstieg deutlich:
Eigentlich geht es gar nicht nur um den Wiedereinstieg. Vielleicht möchtest du nicht in deine bisherige Rolle zurück. Vielleicht hat sich deine Sicht auf Arbeit verändert. Vielleicht existiert dein Job gar nicht mehr in der Form. Vielleicht haben sich deine Werte und dein Blick auf die Dinge verändert. Vielleicht weißt du einfach, dass du deinen Job nicht in Teilzeit ausüben kannst – oder nicht im Homeoffice. Vielleicht ist dir durch den zeitlichen Abstand klar geworden, dass dir dein Job schon länger keinen Spaß mehr macht. Vielleicht spürst du, dass dein bisheriger Berufsweg nicht mehr zu deiner aktuellen Lebensphase passt.
Dann kann es sinnvoll sein, diese Gedanken ernst zu nehmen und genauer zu betrachten. Nicht jede Unsicherheit führt automatisch zu einer beruflichen Neuorientierung. Manchmal entsteht daraus aber tatsächlich der Wunsch, neue berufliche Wege zu erkunden.
Wenn das bei dir resoniert, schau dich doch gerne einmal auf meiner Themenseite zu beruflicher Neuorientierung um. 

Häufige Fragen zum Thema Wiedereinstieg

Was ist ein Reboarding-Gespräch?

Ein Reboarding-Gespräch hilft dabei, Erwartungen, Aufgaben, Arbeitszeitmodelle und aktuelle Entwicklungen im Unternehmen zu besprechen und den Wiedereinstieg vorzubereiten. Tipp: Äußer den Wunsch nach einem Reboarding-Gespräch schon vor der Elternzeit!

Wie spreche ich mit meiner Führungskraft über meine Bedürfnisse?

Hilfreich ist es, möglichst konkret zu formulieren, welche Rahmenbedingungen du brauchst (z.B. flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, keine Teammeetings am Nachmittag etc.) und welche Lösungen denkbar wären. Oftmals haben Führungskräfte keine Erfahrung mit Eltern in Elternzeit im Team, und auch keine Vorbilder, an denen sie sich orientieren können. Je klarer du in deiner Haltung bist, desto leichter finden sich individuelle Lösungen. 

Ist es normal, Angst vor dem Wiedereinstieg zu haben?

Ja. Ein Wiedereinstieg ist eine große Veränderung und bringt viele neue Anforderungen mit sich. Unsicherheit oder Respekt vor dieser Phase sind völlig verständlich.

Was mache ich, wenn ich merke, dass ich nicht zurück in meinen alten Job möchte?

Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen, woran das liegt. Manchmal lassen sich Veränderungen innerhalb des bestehenden Unternehmens gestalten. Manchmal entwickelt sich daraus eine berufliche Neuorientierung.

Was mache ich, wenn die ganze Betreuungsarbeit an mir hängen bleibt?

Gleichberechtigte Elternschaft ist möglicherweise der schwierigste aber wichtigste Faktor für einen funktionierenden Wiedereinstieg. Die wenigsten Eltern klären vor der Geburt des Kindes, wie sie sich die Betreuung aufteilen wollen, und die meisten Väter gehen weiterhin in Vollzeit arbeiten, während die Mutter sich parallel zu einem Teilzeit-Job um die Betreuung des Kindes kümmert. Daher lohnt es sich (auch während der Elternzeit noch), als Paar einmal zu definieren, welche Fremdbetreuungszeiten benötigt werden (wer bringt das Kind, wer holt ab), wer wie viele Wochenstunden arbeiten geht, und wie die übrigen Aufgaben (Stichwort Mental Load) gerecht verteilt werden können. Wenn das Thema bei dir resoniert, schau doch gerne auch einmal auf meiner Themenseite Vereinbarkeit vorbei. 

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Vereinbarkeit & Mental Load

Berufliche Neuorientierung in Elternzeit

Bewerbung in Teilzeit

Blogbeitrag xxxyyy

Blogbeitrag yyyzzz

Manche Fragen lassen sich gut allein sortieren. Andere Fragenkomplexe werden klarer, wenn man sie mit jemandem gemeinsam betrachtet.

Wenn du dir konkrete Unterstützung wünschst oder Fragen an mich hast, schau dir gern meine Coachingangebote für Privatpersonen an oder melde dich gerne jederzeit!

  • Systemischer Coach (DBVC-/IOBC-zertifiziert) für Wiedereinstieg und berufliche Neuorientierung nach der Elternzeit und Dipl. Wirtschaftspsychologin
  • 2-fache Mama
  • Recruiterin im IT-Umfeld