Berufliche Neuorientierung in der Elternzeit?
Es gibt Phasen im Leben, in denen berufliche Fragen plötzlich mehr Raum einnehmen.
Manchmal entwickelt sich der Wunsch nach Veränderung ganz allmählich. Manchmal wird er durch ein konkretes Ereignis ausgelöst. Und manchmal merkst du einfach, dass etwas nicht mehr so passt wie früher.
Vielleicht fragst du dich:
* Bin ich beruflich noch am richtigen Ort?
* Wie möchte ich in Zukunft arbeiten?
* Welche Möglichkeiten habe ich überhaupt?
* Was passt zu meiner aktuellen Lebenssituation?
* Wie kann ich Familie, Beruf und meine eigenen Bedürfnisse miteinander vereinbaren?
Berufliche Umbruchphasen
Solche Fragen können in ganz unterschiedlichen Lebensphasen auftauchen.
Zum Beispiel:
* nach der Elternzeit
* nach einer längeren beruflichen Auszeit
* nach einer Kündigung
* nach einem Burnout oder einer gesundheitlich belastenden Zeit
* nach Veränderungen im Unternehmen
* bei neuen familiären Verpflichtungen
* oder einfach dann, wenn der bisherige Beruf nicht mehr stimmig erscheint
Berufliche Neuorientierung bedeutet dabei nicht automatisch, den Job zu kündigen oder etwas völlig Neues anzufangen.
Oft beginnt sie viel früher:
Mit dem Wunsch, die eigene Situation besser zu verstehen und herauszufinden, welche Wege überhaupt möglich sind.
Warum die Elternzeit häufig berufliche Fragen auslöst
Die Elternzeit ist für viele Menschen mehr als eine berufliche Pause.
Mit diesem neuen Lebensabschnitt verändern sich häufig auch Prioritäten, Werte und Rahmenbedingungen. Gleichzeitig rückt eine Frage immer stärker in den Vordergrund:
**Wie soll mein Berufsleben künftig eigentlich aussehen?**
Manche stellen fest, dass sie in ihrem bisherigen Beruf nicht mehr so weitermachen möchten wie zuvor.
Andere wünschen sich zwar grundsätzlich eine Rückkehr in ihren alten Job, haben aber große Zweifel, wie sich das organisatorisch überhaupt umsetzen lässt.
Typische Fragen sind:
* Wie soll ich Familie und Beruf unter einen Hut bekommen?
* Welche Arbeitszeit passt wirklich zu unserem Alltag?
* Wie flexibel muss mein Arbeitgeber sein?
* Was passiert, wenn die Betreuung nicht funktioniert?
* Welche Unterstützung brauche ich, damit der Wiedereinstieg gelingt?
Nicht selten entsteht aus diesen Überlegungen erstmals die Frage, ob die bisherige berufliche Situation überhaupt noch zur aktuellen Lebensphase passt.
Und genau an diesem Punkt beginnt häufig eine berufliche Neuorientierung.
Viele Fragen und der Wunsch nach beruflicher Orientierung
Vielleicht spürst du schon länger, dass es so nicht weitergehen soll.
Vielleicht kannst du dir nicht vorstellen, wieder in deinen alten Beruf zurückzukehren.
Vielleicht hat sich durch die Elternzeit, eine Kündigung, eine längere Auszeit oder gesundheitliche Belastungen vieles verändert.
Und gleichzeitig gibt es da eine ganz praktische Realität:
Die Miete muss bezahlt werden. Das Elterngeld steht bald nicht mehr zur Verfügung. Und Verantwortung verschwindet nicht einfach, nur weil beruflich etwas nicht mehr passt.
Genau das macht berufliche Neuorientierung oft so anspruchsvoll.
Es geht nicht nur um die Frage:
> Was würde ich am liebsten machen?
Sondern auch um:
* Was ist realistisch – wenn ich wirklich etwas ganz anderes machen will?
* Welche Möglichkeiten habe ich in Teilzeit überhaupt?
* Welche meiner bisherigen Erfahrungen sind übertragbar?
* Welche Berufe oder Tätigkeiten habe ich bislang noch gar nicht in Betracht gezogen?
* Wie kann ich Veränderung und finanzielle Sicherheit miteinander verbinden?
Viele starten genau an diesem Punkt. Nicht mit einer klaren Idee.
Sondern mit dem Gefühl, dass etwas nicht mehr passt – und gleichzeitig ohne Vorstellung davon, welche Alternative überhaupt möglich wäre.
Beruflicher Umbruch: Viele viele Ideen - oder keine einzige
Manche Eltern haben ganz viele Ideen und Impulse, wie sich beruflich neu orientieren könnten, können sich aber nicht entscheiden.
Anderen wiederum fällt keine einzige Idee ein.
Beides ist völlig in Ordnung.
Oft geht es zunächst darum, den Blick wieder zu öffnen. Denn wenn man lange in einem Beruf gearbeitet hat, entsteht leicht das Gefühl, auf genau diesen Weg festgelegt zu sein.
Schaue dir doch einmal genau an:
* Welche Erfahrungen bringst du bereits mit?
* Welche Stärken zeigen sich in deinem bisherigen Lebenslauf?
* Welche Fähigkeiten nutzt du vielleicht ganz selbstverständlich, ohne ihren Wert zu erkennen?
* Welche Tätigkeiten könnten ebenfalls zu deinem Profil passen?
* Welche Rahmenbedingungen sind heute wichtig?
Häufig entstehen daraus Perspektiven, die vorher noch gar nicht sichtbar waren.
Berufliche Neuorientierung bedeutet nicht, bei null anzufangen
Ein weiterer Irrtum ist die Vorstellung, dass eine Neuorientierung immer einen kompletten Neustart erfordert.
In den meisten Fällen bringst du bereits deutlich mehr mit, als dir bewusst ist!
Berufserfahrung, Fachwissen, soziale Kompetenzen, Organisationstalent, Führungsverantwortung, Erfahrungen aus Familien- und Care-Arbeit sowie persönliche Stärken lassen sich häufig auf andere Tätigkeiten und Rollen übertragen.
Deshalb geht es bei beruflicher Neuorientierung oft weniger darum, etwas völlig Neues zu erfinden.
Sondern darum, vorhandene Erfahrungen neu zu betrachten und daraus passende nächste Schritte abzuleiten.
Wie Coaching dabei unterstützen kann
Viele dieser inneren Prozesse kann man gut mit sich alleine ausmachen.
Die Lösung ist meist schon da – wir können sie nur noch nicht sehen.
Manchmal hilft es aber auch, mithilfe eines Coachings andere Perspektiven einzunehmen
und andere Ideen zu betrachten. In diesem Raum fällt es oft leichter, deine Gedanken zu sortieren,
Muster zu erkennen und neue Richtungen zu entwickeln.
Je nach Situation kann es darum gehen,
* Klarheit über deine beruflichen Ziele zu gewinnen,
* Stärken und Werte herauszuarbeiten,
* neue berufliche Möglichkeiten zu entwickeln,
* Vereinbarkeit und Rahmenbedingungen zu klären,
* Bewerbungsstrategien zu entwickeln oder
* konkrete Entscheidungen vorzubereiten.
Jeder Weg sieht dabei anders aus.
Häufige Fragen zum Thema berufliche Neuorientierung
Ist es normal, nach der Elternzeit den eigenen Beruf zu hinterfragen?
Ja, das kommt öfter vor. Die Elternzeit schafft häufig Abstand zum bisherigen Berufsalltag. Dadurch werden Fragen sichtbar, die vorher im Alltag wenig Raum hatten. Viele stellen fest, dass sich Prioritäten, Werte oder Vorstellungen vom Berufsleben verändert haben. Hinzu kommt, dass sich der Job nach der längeren Abwesenheit auch verändert haben kann, oder auch nicht klar ist, ob er Teilzeit-geeignet ist.
Berufliche Neuorientierung nach der Elternzeit – muss ich meinen Job kündigen?
Nein. Berufliche Neuorientierung bedeutet zunächst, die eigene Situation neu zu bewerten und Möglichkeiten auszuloten. Manchmal führt das zu einem Arbeitgeberwechsel. Manchmal entstehen passende Lösungen aber auch innerhalb des bestehenden Unternehmens.
Was mache ich, wenn ich nicht in meinen alten Job zurück möchte?
Zunächst lohnt es sich herauszufinden, was genau den Widerstand auslöst. Geht es um die Tätigkeit selbst? Die Unternehmenskultur? Die Arbeitszeiten? Die Vereinbarkeit? Oder hat sich dein berufliches Interesse grundsätzlich verändert?
Erst wenn diese Fragen geklärt sind, werden passende nächste Schritte sichtbar.
Wie finde ich heraus, welcher (alternative) Beruf zu mir passen könnte?
Viele starten genau mit dieser Frage.
Hilfreich sind häufig die Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken, Interessen, Werten und Rahmenbedingungen sowie ein Blick auf übertragbare Kompetenzen aus bisherigen beruflichen Erfahrungen.
Wie lange dauert eine berufliche Neuorientierung nach der Elternzeit?
Das ist sehr unterschiedlich. Manche Eltern gewinnen innerhalb weniger Wochen deutlich mehr Klarheit. In anderen Fällen entwickelt sich der Prozess über mehrere Monate.
Wichtiger als Geschwindigkeit ist meist, Entscheidungen auf einer Grundlage zu treffen, die für dich langfristig funktioniert.
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- Systemischer Coach (DBVC-/IOBC-zertifiziert) für Wiedereinstieg und berufliche Neuorientierung nach der Elternzeit und Dipl. Wirtschaftspsychologin
- 2-fache Mama
- Recruiterin im IT-Umfeld